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In-vitro-Fertili­sation (IVF)

Wenn die Eileiter einer Frau irreparabel geschädigt sind, bei ausgeprägter Endometriose und wenn einfachere Behandlungsmethoden bei immunologischer, andrologischer und ungeklärter Ursache der Kinderlosigkeit erfolglos geblieben sind, ist eine In-vitro-Fertilisation (=Befruchtung außerhalb des Körpers) für viele Paare die einzige Erfolg versprechende Möglichkeit, doch noch ein gemeinsames Kind zu bekommen.

Für eine IVF-Behandlung wird die Frau mit Spritzen (Gonadotropinen) hormonell stimuliert, mit dem Ziel, dass mehrere Eizellen in beiden Eierstöcken heranreifen. Die Verträglichkeit ebenso wie die Reaktion der Eierstöcke auf die Hormonbehandlung ist von Frau zu Frau unterschiedlich, deshalb wird jede Stimulation individuell mittels Ultraschall- und Hormonwertkontrollen überwacht. Die Spritzenbehandlung erstreckt sich in der Regel über 9 – 14 Tage, in dieser Zeit finden in der Regel 1– 3 Ultraschall- (und Blutuntersuchungen) statt.

Wenn wir anhand der Untersuchungen davon ausgehen können, dass reife Eizellen vorhanden sind, wird der Eisprung medikamentös ausgelöst. Ca. 36 Stunden später – kurz bevor die Eizellen tatsächlich springen würden – erfolgt in der Praxis unter ambulanter Kurznarkose die Eizellentnahme (= Follikelpunktion) mittels ultraschallkontrollierter Punktion durch die Scheide.

Am Tag der Follikelpunktion brauchen wir auch eine Samenprobe vom Mann. Ei- und Samenzellen werden dann in unserem IVF-Labor in einer speziellen Nährlösung zusammengebracht und kommen zur Befruchtung in einen Brutschrank.

Zwei bis fünf Tage nach der Follikelpunktion findet der Embryotransfer statt. In der Regel erfolgt ein Single- Embryo-Transfer um unnötige Risiken einer Mehrlingsschwangerschaft (z.B. Frühgeburtlichkeit, erhöhte Rate an Schwangerschaftsdiabetes und erhöhtem Blutdruck) zu minimieren. Die Präimplantationsembryonen (zwischen 2- Zell- und Blastocystenstadium) werden dann mit einem weichen Plastikkatheter unter Ultraschallsicht in der Gebärmutterhöhle abgesetzt. Für den Embryotransfer ist keine Betäubung nötig.

Nach dem Embryotransfer bekommen die meisten Frauen noch Gelbkörperhormon (in Form von Vaginaltabletten, Spritzen oder orale Tabletten), manchmal auch noch eine andere medikamentöse Unterstützung, um möglichst optimale Bedingungen für eine Einnistung der Embryonen zu schaffen.

Zwei Wochen nach dem Embryotransfer messen wir das Schwangerschaftshormon (HCG) im Blut, um zu ĂĽberprĂĽfen, ob der gewĂĽnschte Erfolg eingetreten ist.

Pro Embryotransfer besteht eine durchschnittliche Schwangerschaftschance von ca. 33 % (davon 9 % Zwillings- und << 1 % Drillingsschwangerschaften, 20 % Fehlgeburten und ca. 1 – 5 % Eileiterschwangerschaften).

Die so genannte „Baby-Take-Home-Rate“ liegt bei 25 % pro Versuch. Allerdings sind die individuellen Chancen der Paare sehr variabel und hängen stark vom Alter der Frau, von der Anzahl erfolgloser Vorversuche und von vielen weiteren Faktoren ab.

Deutliches Übergewicht der Frau aber auch des Mannes erhöht die Risiken einer Behandlung und reduziert die Erfolgschancen erheblich. Auch wenn einer oder beide Partner rauchen sind die Schwangerschaftschancen im Vergleich zu nicht rauchenden Paaren um bis zu 50 % schlechter! Die Paare haben eine exzellente Möglichkeit, durch Normalisierung des Körpergewichts und den Verzicht auf Zigaretten, Behandlungsrisiken zu reduzieren und ihre Erfolgschancen zu steigern.